An die Front!

Das Kürzel JSTF steht bei mindmatters seit ca. zwei Monaten für eine Arbeitsgruppe, in der wir uns den Herausforderungen moderner Frontend-Architektur einmal etwas grundsätzlicher und strategischer widmen: Die JavaScript Task Force. Wir treffen uns regelmäßig an den Freitagen, um unsere Erfahrungen aus Projekten hinsichtlich des Einsatzes von JavaScript auszutauschen und um daraus Strategien für zukünftige Projekte zu entwickeln.

Zur Gründung der Task Force trug unter anderem ein besonderes Spannungsfeld bei, das wir seit einiger Zeit beobachteten: Auf der einen Seite befindet sich JavaScript gerade auf dem Weg zu einer anerkannten und erwachsenen Sprache, auf der anderen Seite haftet ihr immer noch das Image einer schlampigen Skriptsprache an, weshalb sie häufig auch noch genauso benutzt wird. Letzterer Punkt steht aber leider in krassem Missverhältnis zu der rasant ansteigenden Bedeutung von JavaScript im Webentwicklungs-Umfeld.

Die JSTF möchte deshalb auch ein Image-Kurs sein für moderne Frontend-Technologien und Lobby-Arbeit leisten für ein spannendes Feld in der Webentwicklung, das sich gerade selbst neu erfindet. Internes Erarbeiten und Vermitteln von Werkzeugen und Best-Practices soll den Weg bereiten zu einer Art „Professional Grade JavaScript“. Für unsere Entwickler-Teams birgt das die Chance, qualitativ bessere Arbeit leisten zu können, je mehr sie in der Lage sind einen Blick auszuprägen, der Backend und Frontend in gleichem Maße und in gleicher Intensität übergreift.

Seit Ende August bietet die JSTF deshalb im zweiwöchigen Rhythmus jeweils freitags einen fortlaufenden Workshop an, der dabei helfen soll, JavaScript-Wissen aufzufrischen oder zu erweitern. Im Vordergrund steht dabei für uns ganz stark die Diskussion - deshalb bemühen wir uns, möglichst echte Beispiele und Fundstücke aus dem Programmieralltag vorzustellen. Davon erhoffen wir uns, den Einstieg in einen lebhaften Gedankenaustausch zu erleichtern und durch konkrete Refactoring-Aufgaben, die im Pair gelöst werden, sinnvolle Wissenseinheiten abschließen.

Da wir natürlich das Rad nicht neu erfinden, orientieren wir uns da, wo es Sinn macht, stark an Douglas Crockfords Buch „JavaScript: The Good Parts“. Um auch die ersten Einheiten, die sich überwiegend mit Basics beschäftigen, spannend halten zu können, fahren wir zweigleisig, indem neben der Vermittlung von reinen Sprachinhalten in einem zweiten Teil auf High-Level-Patterns eingegangen wird, die mehr im Bereich Frontend-Architektur angesiedelt sind.

In den bisher zwei Vorträgen des JSTF Workshop ging es um:

  1. State of JavaScript, Stolperfallen in JavaScript, JSLint
  2. Objekte in JavaScript und ihre Erzeugungsmethoden, Schichten-Definition im Frontend per HTML5-Data-Attributen und Livequery-Plugin

Für zukünftige Vorträge sind folgende Themen geplant:

  • Funktionen in JavaScript (Functional Scope, Closures)
  • Vererbungsmechanismen in JavaScript (Pseudo-Classical Inheritence, Functional Inheritence)
  • JavaScript Patterns
  • Vorstellung ECMAScript 5 (zukünftige JavaScript-Version)
  • Bericht von der JSConf.eu in Berlin
  • jQuery
  • AJAX
  • Frontend-Architektur und Best-Practices

Eine Geschmacksprobe der bisherigen Vorträge gibt es hier in Form von unserer ersten Präsentation zum Anschauen:

(Titelbild von ell brown via flickr.)

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Tobias Adam

25. September 2009
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